Bildung im Internet?

4. Sep 2017

(mb) Diese Frage beschäftigt nicht nur mich.
Seit der Kommerzialisierung des Internets, das ursprünglich für das Militär gedacht war und nun für jedermann zugänglich ist, hat sich unser Alltag radikal verändert. Ein Leben ohne Internet kann ich mir nicht mehr vorstellen. Und wenn ich an die zweimaligen halben Wochen mit Internetausfall denke, stehen all die Schwierigkeiten wieder vor mir, die damit einhergingen: kein Mailabruf und -versenden, keine Auskünfte über Veranstaltungen in Stadt und Land, keine Banküberweisung tätigen können usw. Die ersten Stunden haben mich förmlich ratlos gemacht. Dann musste auch ich mich wohl oder übel dreinfügen.


Unser Alltag ist inzwischen auf dieses Medium eingestellt, um nicht zu sagen, von ihm abhängig. Ich sage es mal anders: wir haben uns darin arrangiert und leben damit. Jedoch das ist der Fortschritt, den wir alle lieben. Es liegt an uns, wie wir die Technik nutzen: den Bildschirm als einziges ausschließliches Lernmedium oder zur Unterstützung der herkömmlichen Lernmöglichkeiten aus Büchern.

Die zunehmende Zahl der „Onliner“ (im April 2013 nutzten 76,5 der Deutschen das Internet) hat Auswirkungen bis weit in alle Lebensbereiche hinein. Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten und wir sollten ihr nicht ängstlich begegnen, sondern uns ihren Herausforderungen stellen. Der Bildungsbereich bleibt von dieser Entwicklung ebenfalls nicht ausgenommen.

War vor 20 Jahren Bildung nur in den bekannten Schulen, Fachschulen und Universitäten im Präsenzunterricht zu vermitteln, so stehen dem zunehmend universitäre Bildungsangebote, sogar mit Zertifikaten, parallel zur Seite. Ich sage absichtlich nicht „gegenüber“. Denn immer mehr Universitätsprofessoren stellen ihre Vorlesungen parallel zu den Univorlesungen der breiten Öffentlichkeit im Netz zur Verfügung. Ein Student hat nun die Möglichkeit, sich eine verpasste Vorlesung in der Uni daheim zur Nachtzeit anzuschauen, und kann dadurch den erforderlichen Lernstoff trotzdem noch in gewohnter Weise und auch mehrfach wiederholend durcharbeiten. Diese öffentlichen Zugänge eröffnen somit allen Interessierten und Nichtstudierenden Wege zu hoch qualifiziertem Wissen.

An dieser Stelle kommt mir wieder der Gedanke des Lernenkönnens für Menschen in den Sinn, die aus irgendwelchen Gründen an keiner Weiterbildungsveranstaltung teilnehmen oder nicht mehr teilnehmen können. Für sie ist das Internet die einzige Möglichkeit, sich weiterhin Wissen anzueignen. Und das ist gut so.

Da ich immer mal wieder auf der Suche nach Weiterbildungsangeboten unterwegs bin, kann ich heute gleich zwei Angebote weitergeben.
Für Technikinteressierte bietet das Hasso Plattner-Institut ab 22. September 2014 einen vierwöchigen Kurs

„Spielend Programmieren lernen“

an. Es wird die leicht erlernbare und einfach einzusetzende Programmiersprache Python gelehrt.
Ich stelle dieses Angebot wohlüberlegt auch hier ein, weil ich denke, dass zusätzlich zu der kurzen Kurszeit von vier Wochen die Schwierigkeit auch nicht zu groß sein wird, da das Angebot für Oberstufenschüler ausgelegt ist, sodass sich auch Personen daran wagen können, die sich nicht mehr direkt in einem schulischen Lernprozess eingebunden sehen. Vielleicht bekommt man durch solch einen kurzen Kurs wieder einmal etwas Geschmack zum eigentlichen Lernen, auch in anderen Bereichen.

Der zweite Kurs, 10 Wochen Dauer, beginnt am 6. Oktober 2014.

„Mechanik im Alltag“

und wird geleitet von Christina Grandits von der Universität Graz.
In Experimenten und alltäglichen Erlebnissen werden die Grundlagen der Mechanik untersucht und weiteres Wissen darüber vermittelt. Ziel des Kurses ist es, grundlegende Begriffe aus der Physik kennenzulernen, erklären zu können und in den Alltag übertragen zu können.
Physikalische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Anmelden kann man sich jetzt schon, weitere Unterlagen werden in den nächsten Wochen zur Verfügung gestellt.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich ein großer Personenkreis dazu anregen lässt, teilzunehmen, da unser Alltag hier angesprochen ist.

Margret Budde

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