„Die teilende Gesellschaft“

27. Jun 2016

Lernen mit der Radioakademie:

Die teilende Gesellschaft

(esk) In Zeiten, wo scheinbar ohne viel (?) Zutun ganz schnell eine neue Krise um die Ecke kommt, fällt uns fast ebenso schnell auf, dass es fast immer oder doch letztendlich um eine Frage des Teilens geht. Oder anders ausgedrückt, um den Kapitalismus, der vielen angeschlagen erscheint. Oder noch anders ausgedrückt – die soziale Schere klafft immer weiter auseinander, aber nicht nur die. Was aber kann man tun, was wird getan und wie kann man das Ganze noch verstehen? Man sollte sich also vielleicht kundig machen.

Es wird geteilt!  Und das auch noch wegen der Digitalisierung, man möchte es kaum glauben. Und darum fragte sich auch die Radioakademie des SWR2, ob das denn wirklich Gemeinsinn ist, der da wächst, ob der Mensch wirklich zum Teilen geboren ist oder nicht doch wieder nur, trotz der hippen „sharing society“, einige doch nur wieder reich und ganz viele ärmer macht. Warum das so ist oder sein kann, welche Themen auch dazu gehören, an die wir vielleicht nicht sofort denken würden, das können Sie in diesem erkenntnisreichen“Lernprogramm“ erfahren: Die teilende Gesellschaft, in 12 Folgen gesendet wird seit dem 7. Mai, jeweils samstags ab 8.30 Uhr auf SWR2 Wissen – oder, natürlich, zum Nachhören im Internet bzw. als Audio herunterzuladen oder als Mauskript zum Download, jeweils auf der Seite der jeweiligen Folge. Wer gleich reinhören möchte, findet die entsprechende Medien-Datei unter der Folge – s.u. Der Einfachheit halber haben wir die unten aufgelisteten Folgen gleich verlinkt, es gibt jeweils eine kleine Info zum Inhalt. Die nächste Sendung, die neunte Folge, ist am 02. Juli zu hören, natürlich auch als Live-Stream am PC (heißt beim SWR Webradio) oder per Internetradio-Gerät – oder ganz altmodisch am Radio im Sendebereich des SWR.

(1)  Berlin: Von der geteilten zur teilenden Stadt
Ob Werkzeug, Autos oder Arbeitsplätze: Das einst geteilte Berlin ist zur Hauptstadt des Teilens geworden. Nirgendwo in Deutschland ist der Sharing-Gedanke stärker verankert.

(2)  Der teilende Mensch
Der Mensch ist von Natur aus kein purer Egoist. Das belegen zahlreiche Experimente. Was aber passiert, wenn egoistisches Verhalten mit großem Gewinn belohnt wird?

(3)   Mit Nachbarn teilen
Ob Großstadt oder Dorf: Viele Initiativen wie die lokalen „Repair-Cafes“ oder „Tafeln“ wenden sich gegen die Weg-Werf-Gesellschaft und unterstützen nachhaltiges Wirtschaften.

(4)  Die Kommerzialisierung des Teilens
Mehr Gemeinsamkeit, weniger Ressourcen verschwenden – aus der Idee ist eine Branche geworden: Share Economy. Doch das Teilen der Masse macht einige wenige Unternehmen steinreich.

(5)   Geteiltes Wissen
Geteiltes Wissen fördert die Zusammenarbeit. Und wenn die Gesellschaft Universitäten finanziert, sollten dann die Ergebnisse nicht auch allen zugänglich sein?

(6)   Ressourcen teilen
Wir besitzen Daten über jede Ressource der Erde. Doch dieses große Wissen steht im Gegensatz zur mangelnden Fähigkeit, die begrenzten Ressourcen effizient und gerecht zu teilen.

(7)   Geld von der Crowd
Viele Ideen scheitern am Geld. Mit der Crowd-Finanzierung hat sich das längst geändert. Das klappt so gut, dass auch Banken und Großinvestoren zunehmend auf die Crowd setzen.

(8)   Unfair geteilt?
Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer. In der Folge bröckelt der gesellschaftliche Kitt, jeder wird sich selbst der nächste. Wie gerecht kann ein Volk untereinander teilen?

(9)   Die unsichtbaren Netze
Auch wenn sich viele gegenseitig die Augen aushacken: Alle Lebewesen teilen – oft, ohne es zu wissen. Wir bilden laufend Netzwerke, über die wir uns gegenseitig beeinflussen.

(10)   Kulturen des Teilens
Geteilt wird überall auf der Welt – und das schon sehr lange. Heute können auch Menschen etwas teilen, die sich persönlich noch nie begegnet sind, das Internet macht es möglich.

(11)   Die Utopie vom Teilen
Die Menschen tauschen und kooperieren ohne Verlangen nach Profit – so klingt der Traum von der teilenden Gesellschaft. Wie aber soll diese friedliche Revolution von statten gehen?

(12)   Das Miteinander teilen
Die moderne Gesellschaft ist heterogen. Das Teilen eines gemeinsamen Raums erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit dem Anderen. Dann ist Kommunikation gefragt – oder Rückzug.

Ellen Salverius-Krökel