Die Niederlande, ja, aber Flandern?

28. Okt 2016

unbenanntEin paar Vorschläge zu den beiden Gastländern der Frankfurter Buchmesse.

(esk) Dass Flandern und die Niederlande zusammen Gast auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sind, ist eigentlich nicht verwunderlich, die Sprache macht‘s. Und manch einer weiß sicherlich recht viel über den Nachbarn Niederlande. Aber über Flandern?

Da hilft Wikipedia – oder ein wunderbarer Internetauftritt, oder besser Blog, über Flandern. Zu finden gibt es Geschichten aus Flandern: Kultur und Kulinarik, über Charaktere und Städte/Regionen, also etwa über Glocken aus Mechelen und den Genter Altar, der derzeit restauriert wird, Süsses aus Brügge und, natürlich, über die Küste. All das in Bilderbüchern und Geschichten, vorgestellt in Geschichten, hier: Flandern Geschichten – aus dem Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse 2016

Mehr zu Flandern und den Niederlanden auf der Frankfurter Buchmesse aber natürlich auch hier

http://www.frankfurt2016.com/de

Wer dennoch oder außerdem „laufende Bilder“ mit gehaltvoller Info möchte, der kann sich oder sollte sich unbedingt die vier Folgen Flandern und die Niederlande lesen in der Mediathek bei 3sat ansehen, jeweils ca. sechs – sieben Minuten zu den Themen Identität, Migration, Literatur und Terrorismus. Übrigens auch zum Lesen.

Eigentlich habe ich mich in den Wochen vor der Buchmesse gewundert, wie wenig ich in den großen Tageszeitungen zu Flandern und den Niederlanden als diesjährige Gastländer bzw. Sprachregion gelesen habe. (Oder habe ich es übersehen?) Eine dieser Zeitungen hatte sogar in ihrer Literaturbeilage zur Buchmesse sogar als Schwerpunkt die USA-Literatur, vielleicht verständlich bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen. Aber lag das vielleicht auch daran, dass wir – vermeintlich – unseren Nachbarn Niederlande so gut zu kennen meinen? Sicherlich, wir Leser-/-innen kennen viele niederländische Autoren, Cees Nooteboom, Maak, Hermans, de Winter und mehr. (Oh je, keine Autorin?) Aber sonst? Die neueren, jüngeren Autoren? Und dann auch noch aus Flandern? So kam mir heute, am ersten Tag der Frankfurter Buchmesse, eine Sendung im Radio ganz recht, wurde da doch ein breites Spektrum an Themen rund um den Literaturbetrieb der Niederlande und Flanderns angesprochen, dazu wunderbar aufbereitet wie es eben Radio kann – Reportagen, Interviews, Gespräche über Literatur. Dazu kam ein weiterer überzeugender Aspekt, nämlich die Perspektive der Schweiz. Das Schweizer Radio und Fernsehen mit seinem Kulturkanal also, berichtete.

Die beiden Gastländer auf der Frankfurter Buchmesse einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet – oder erlesen: der Schweizer Rundfunk hat eine Stunde lang über verschiedene Aspekte der niederländischen bzw. flandrischen Literaturszene bzw. den Buchmarkt berichtet. Hören Sie doch mal, was der Mittelpunkt der Bücherwelt in Amsterdam ist oder ein Gespräch mit der Übersetzerin ins Deutsche, die auch den neuesten Roman des neuen Stars der niederländischen Literatur, Mano Bouzamour (Samir, genannt Sam) übersetzt hat. Interessant auch zu hören über den Stellenwert der Literatur in Flandern und den Niederlanden oder ein Interview mit dem derzeit vielgefragten und vielzuhörenden Autor Arnon Grünberg.

Womit aber beschäftigt sich diese Literatur? Über Klassiker und Neuheiten und ihre Themen kann man erfahren, dass Zweiter Weltkrieg und die ehemalige Kolonie Indonesien nun nicht mehr vorrangig behandelt werden, die Gegenwart ist eingezogen. Hören Sie doch einfach mal Niederlande/Flandern: Gemeinsame Sprache, vielfältige Literatur bei SRF2 Kultur nach, aber natürlich auch als Download vorhanden. Wirklich sehr gut!

Ellen Salverius-Krökel

 

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