Heinz Mack. Licht Schatten.

9. Sep 2017

 (mb) Wenngleich nicht speziell erwähnt, so wird es doch kein Zufall sein, dass im Internationalen Jahr des Lichts 2015 der ebenfalls internationalen Künstlergruppe ZERO, einer Avantgarde der ersten Nachkriegsjahre, gleich mehrere Ausstellungen im In- und Ausland gewidmet sind. Der Zyklus der umfassenden Ausstellungen zur Künstlerbewegung ZERO mit deutschen und außereuropäischen Künstlern begann 2014 im Solomon R. Guggenheim Museum in New York,

… wurde bei uns in Berlin bis zum 08. Juni 2015 im Martin-Gropius-Bau mit sehr guter Publikumsresonanz fortgesetzt (worüber noch in einem gesonderten Beitrag geschrieben wird). Und die dritte und letzte Ausstellung in dieser Gesamtreihe ist vor zwei Tagen, am 04.07. 2015 im Stedelijk Museum, Amsterdam eröffnet worden, also augenblicklich noch zu besuchen.

Die Werke der ZERO-Gründer werden hier in Deutschland in Einzelausstellungen besonders gewürdigt. Zur abgelaufenen Ausstellung Günther Uecker können sie im K20, der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, nachlesen. Die vor drei Wochen eröffnete Ausstellung „Otto Piene. Licht“ im LWL in Münster (13.6. – 20.9.2015) wird in einem eigenen Beitrag beschrieben. Soweit nur als kurze Übersicht.

Nun zu „Heinz Mack. Licht Schatten“ in Baden-Baden

16. Mai – 20. September 2015.

Um für sich einen befriedigenden Ausstellungsbesuch vorzubereiten, tut man gut daran, sich zu Hause schon ein wenig mit der Materie zu befassen. Die wenigsten Kunstwerke erschließen sich auf den ersten Blick. Und so helfen allein schon einige Informationen zum Künstler und seiner Zeit.

Heinz Mack wuchs in den Jahren des Zweiten Weltkrieges auf und erlebte die Jahre danach mit all ihren Leiden, was sich natürlich auch im künstlerischen Ausdruck der Menschen wiederfand. Er jedoch hatte die Idee, nicht auf den Trümmern und den vergangenen, teilweise unbewältigten Lebensläufen aufzubauen, sondern setzte für sich in seiner künstlerischen Ausdrucksweise die Stunde auf Null.

Null = ZERO = Programm. Er wollte sich vollkommen neuen und anderen Ausdrucksformen widmen und nahm dabei die unberührten Phänomene der Natur zu Hilfe, vornehmlich das Licht und den Schatten, aufgespürt und nachvollzogen mit den verschiedensten Formen und Materialien.

Schon in der Mitte der 1950er Jahre beginnt Heinz Mack mit den Reliefs zu arbeiten, erst kleinere, aber dann auch größere, wie das „Sandrelief 1976“ in der Algerischen Wüste, dessen ganzes Ausmaß in einem Foto (auch auf unserer Bildseite) zu erahnen ist.

Im Portal Kultur-Online finden Sie 4 Beiträge zu Mack, die Zusammenstellungen zu einzelnen Ausstellungen beinhalten.

Heinz Mack. Licht Schatten

Die Sprache meiner Hand

Heinz Mack – Licht Raum Farbe

Ein Licht der ZERO-Zeit

Weitere Informationen zum Künstler und vor allem einem großen Teil seiner Bilder finden Sie in seiner eigenen Website. Er hat aber auch Gesamtkunstwerke in verschiedenen Städten, so am Platz der Deutschen Einheit in Düsseldorf, in verschiedenen außereuropäischen Städten und am Jürgen Ponto Platz in Frankfurt errichtet. Diese einzelnen Bauten sehen Sie auf seiner Website unter „Kunst für die Stadt“.

Sollten Sie als Interessierter in der Nähe von Mönchengladbach wohnen, so haben sie Gelegenheit zu einem Vortrag mit Prof. Heinz Mack „Pioniere des Lichts“ am 17. September 2015 in der Kaiser-Friedrich-Halle, ein Vortrag im Rahmen des Internationalen Jahres des Lichts.

Unsere eigene Bildseite zur Ausstellung zeigt während der Ausstellungszeit wieder Bilder in hochauflösender Qualität, sodass man sich vorab schon einmal mit Hintergrundinformationen auf ein reales Staunen vorbereiten kann.

Die Seite 1 des Museums Frieder Burda bietet 3 kurze Audiobeiträge aus einer fast einstündigen Audioguideaufnahme an.

Weißes Relief, 1954 (auch auf unserer Bildseite)
Schwarzes Licht-Relief, 1959
Weißer Drahtkasten, 1959

Der Künstler geht in einem dieser Beiträge der Frage nach „Was geschieht, wenn Licht auf Materie trifft?“ Erleben wir es nicht täglich Lichtphänomene in vielerlei Situationen? Nehmen wir es überhaupt noch wahr oder ist es für uns eine alltägliche Erscheinung geworden?
Es wird also spannend sein, wie sich die einzelnen Reliefs in der Ausstellung zeigen werden.
Als PDF

Margret Budde

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