Hören! Migration – auf dem Weg in eine neue Heimat?

19. Feb 2016

(esk) Heute möchte ich wieder einmal meine „Reihe“ der Hörfunk-Tipps fortsetzen. Es geht um das große Thema Migration und um das nicht minder wichtige, damit immer zusammenhängende der Heimat. Der Hörfunk bietet dazu nicht nur einfach gute, sondern auch gut zu nutzende Beiträge, sind sie doch entweder als Podcast herunterzuladen, als Manuskript erhältlich oder aber per Webrecorder (siehe meinen Beitrag hier samt Anleitung) mitzuschneiden.

Migration ist in den letzten Monaten mehr denn je ein viel bemühtes Thema. Dazu gehört aber eigentlich auch die Frage nach der Heimat, der hoffentlich neuen und mit einem besseren Leben. Aber auch die „alte“ Heimat, der Ort der Erinnerung und der sentimentalen Gefühle gehört bedacht. Man kann, und sollte das Thema Heimat oder die Frage nach der Heimat aber auch einmal von der anderen Seite her betrachten: die Suche nach einer neuen Heimat, also die Perspektive der Flüchtenden und Vertriebenen. Hören Sie dazu doch mal Radio!

Vor allem deswegen ist diese Perspektive wichtig auch einmal eingenommen zu werden, weil eine der wenigen kulturellen Gemeinsamkeiten der mehr als sieben Milliarden Menschen der uns allen seit Anbeginn anhaftende Migrationshintergrund ist.  Denn letztlich sind wir innerhalb von 120.000 Jahren, ausgehend von der von Zentralafrika ausgehenden Ausbreitung und Vermehrung, ständig auf der Wanderung gewesen, unterbrochen natürlich durch die Eiszeit, aber eigentlich ständig in Bewegung, auf der Suche nach einem Platz zu bleiben, einer Heimat.

Aber was bedeutet das – Migration, Flucht, das Suchen nach einer neuen Bleibe, ja, auch nach einer neuen Heimat? Und was bedeutet Heimat überhaupt? Was bedeuten Gefühle in diesem Zusammenhang? Ist Heimat eine Sehnsuchtslandschaft, eine Hoffnung oder gar eine Utopie? Ist Heimat überhaupt neu zu finden, ist es das gleiche, was man verlassen hat. Und was bedeutet Integration und Desintegration für die eigene Identität, welche Rolle spielt eigentlich die aufnehmende Gesellschaft?

Mit diesen und anderen Aspekten rund um die (fremde) Heimat beschäftigt sich eine radioWissen-Sendung auf bayern2-Radio am Mittwoch, 04.03.2015, 09.05 – 10.00 Uhr. Natürlich im Internet zu hören, wenn man den Bayrischen Rundfunk nicht auf konventionellem Wege empfangen kann, oder als Podcast herunterzuladen. Den Link dazu finden Sie am Tag der Sendung hier (manchmal auch schon einen Tag vorher):

Fremde Heimat. Philosophische Gedanken zur Migration. Von Reinhard Schlüter

und

Heimat. Der Ort an dem die Seele wohnt. Von Michael Conradt

Wer lieber nachlesen möchte, findet dann auch das Manuskript der Sendung im Internet, nämlich hier:

Manuskript radioWissen 

Ellen Salverius-Krökel

 

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2 Kommentare zu “Hören! Migration – auf dem Weg in eine neue Heimat?”

  1. Elisabetha Krivic sagt:

    Mein verstorbener Mann war Emigrant und hielt seine Heimat für die beste aller Welten.Als er nach 32 Jahren wieder nach Hause konnte, erlitt er einen Schock. Während er sich in der Fremde weiterentwickelt hatte, hatte sich in seiner Heimat kaum etwas verändert, die Wiedersehensfreude war zwar groß, aber dann war man sich doch fremd geworden. Erst da kam er sich entwurzelt vor.

  2. Eleonore Zorn sagt:

    Danke für den Hinweis! Ich habe mir die Sendungen angehört und finde sie sehr gut. Es wurden alle Aspekte des Heimatbegriffes sowie auch des Fremdseins beleuchtet. Gut fand ich auch, dass nicht unerwähnt geblieben ist, dass sich der Begriff „Heimat“ heutzutage sehr verändert, von dem Ballast der Sentimentalität oder der Romantik etwas befreit hat. Heimat ist heute vielschichtiger und muss es auch sein, denn die Menschen sind (nicht immer freiwillig) in Bewegung und tragen dieses Wort eher im Herzen mit sich und nicht mehr so oft als ein Kreuzchen auf einer Landkarte.

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