Kriminalhörspiel um Hölderlin

21. Mrz 2020

(esk) Zum heutigen 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin ein Kriminalhörspiel zu senden ist nicht geschmacklos – finden wir und weisen gerne auf die heutige, und morgige Sendung hin. Es soll spannend werden. Aber es gibt auch noch mehr.

Anders als die Lesung von Hölderlins „Hyperion“, auf die wir ja auch schon hingewiesen haben und die auch immer noch bei SWR2 abzurufen ist, handelt das neue Kriminalhörspiel des WDR (von 2020) in Tübingen des Jahres 1807: Zwei unnatürliche Todesfälle in kurzer Folge sind zu beklagen. Vielleicht aber sogar auch drei? Haben diese, ein Drucker, ein Fremder und vielleicht der Schlosserlehrling etwas mit Hölderlins Verskunst zu schaffen? also der Hölderlin, der in seinem Turmzimmer sein Dasein fristet, am Rande des Wahnsinns und immer noch seine wunderschöne Poesie verfasst. Der Richter Heckle und der Gendarm Burger versuchen mit modernsten Untersuchungsmethoden Licht in die Finsternis um Hölderlin zu bringen.

Hölderlins Heimsuchung
Von Ulrich Land
Produktion WDR 2020

Heute, 20. März sendet WDR 3 von 19.04 – 20.00 Uhr und morgen, 21. März, 17.04 – 18.00 WDR5

Und wer nicht warten kann oder an den beiden Tagen verhindert ist, kann sogar  das Hörspiel jetzt schon als Download bekommnen.

 

„Sprache, mein Stern. Hölderlin hören.“

Aber es geht auch ohne Krimi, wenn es ein Hörspiel um Hölderlin sein soll. So sendet Bayrn 2, auch heute und danach als Podcast zu haben, das Hörspiel „Sprache, mein Stern. Hölderlin hören“.

Wie schreiben – wie unter allen Umständen schreiben, auch nach den erschütterndsten Erfahrungen, den schwersten Krisen? Faßt eine heutige Frage angesichts der derzeitigen Krise … Hier ist es die Frage, der ein Hörspiel nachspürt in Sachen Hölderlin. Dieser hatte, nach seinem 7-monatigen, unfreiwilligem Aufenthalt in einer Heilanstalt mit entsetzlichen „Heilmethoden“, Zuflucht gefunden im Tübinger Turm. Aber danach noch schreiben? Er schrieb nicht mehr wie vordem, aber er schrieb, weniger Oden und Elegien, nicht mehr die Hexameter und freien Rhythmen, doch, er schrieb. „Er schrieb Gedichte. Man mag ihnen ihr stetig fließendes Versmaß vorwerfen, ihre Garantie auf den Reim, ihren beschränkten Wortschatz. Doch wenn man ihnen nachlauscht, ihrer Klarheit und Einfachheit, dann ahnt man, dass etwas unter der Oberfläche schlummert. Die Ideen von einst? Ein tieferes Wissen? Wie schreiben – wie unter allen Umständen schreiben, auch nach den erschütterndsten Erfahrungen, den schwersten Krisen?

Das ist die Frage, der dieses Hörspiel nachspürt. Gemeinsam mit der Musik verwebt die Regie die Texte von Friedrich Hölderlin und Ruth Johanna Benrath zu einem inneren Dialog und verbindet das Damals mit einem heutigen Klang. Wo die Worte nicht mehr auffindbar sind, werden sie zu Musik.“ Das hört sich doch auf jeden Fall hörenswert an, und ist sicherlich auch gut zum Nachsinnen.

Sprache, mein Stern. Hölderlin hören.
Ein Hörspiel von Ruth Johanna Benrath und Ulrike Haage
RBB/BR/DLF 2020, Ursendung
heute, 20. März, 21.05 – 22.30 Uhr – auf Bayern 2,
danach in der Mediathek

Ellen Salverius-Krökel

 

 

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