Literatur zu entdecken!

17. Okt 2015

Indonesien auf der Buchmesse

Eigentlich ist die Frankfurter Buchmesse 2015 so präsent in den Medien, dass man gar nicht darauf hinweisen muß. Aber es gibt zwei Gründe, warum ich es dennoch mache: 1. Es gibt einige sehr interessante Informationsangebote im Internet, und 2. ist das Gastland Indonesien. Und dieser zweite Punkt ist auch mein wichtigster. Warum?

Nun, Indonesien ist literarisch gesehen für die meisten Leser-/-innen ein unbeschriebenes Blatt. Aber, ehrlicherweise, nicht nur in Sachen Literatur wissen wir wenig von diesem Land, außer, vielleicht, dass es groß ist, viele Inseln hat, über 250 Mio. Einwohner, hunderte Sprachen, eine Vielzahl an Ethnien. Darüber hinaus sind fünf große Religionen amtlich anerkannt, ohne dass eine gesetzlich bevorzugt wird, auch wenn der Islam die größte und wichtigste ist. Das ist, und das kann man jetzt sehr gut erläutert bekommen, nicht so einfach für das Land, aber auch für uns nicht. Aber es soll nicht so sehr um die Politik gehen, auch wenn man das eine nicht vom anderen trennen kann bei der bewegten Geschichte. Darüber kann man derzeit sehr gut in allen möglichen Medien verfolgen. Eine kleine Auswahl unten.

Über das Land, seine Politik und Geschichte kann man gut in der FAZ nachlesen

Ein Rätsel namens Indonesien

Im folgenden Artikel der FAZ geht es auch schon ein bißchen mehr um Literatur, aber deutlich im Zusammenhang mit der Geschichte Indonesiens

Land der falschen und richtigen Träume (Hier gibt es auch eine erste Auswahl an Romanen, die sich mit der Politik und Geschichte auseinandersetzen.)

Dann wirklich literarisch wird es in einem Artikel der FAZ, wenn auch aus dem letzten Jahr, vermittelt er einen schönen Eindruck, vor allem in Bezug auf ein besonderes Phänomen in unseren Augen – die Lyrik ist ein besonders populäres Genre: vor hunderten Zuhörern vorgetragen, oft szenische Umsetzungen und häufig musikalisch umgesetzt. Indonesien selbst ist eigentlich kein Land des Lesens, eigene Literatur nicht und fremde wird kaum übersetzt. Übrigens auch nicht anders herum, was auf der Buchmesse deutlich an der geringen Anzahl an deutschen Übersetzungen ersichtlich wird.

Indonesien als literarische Schatzkammer

Eine kleine Kostprobe gefällig? Eine indonesische Gedichtinterpretation

Über das Lesen in Indonesien erfährt man hier sehr viel:

Was liest man so auf Sulawesi?

Besonders gut wäre es, wenn man danach den Artikel der ZEIT liest: Die Zukunft liegt in den Händen von Frauen. Die indonesische Literatur wird von Autorinnen dominiert. Wer so mutig und ungekannt offen über Politik und sexuelle Gewalt schreibt, setzt sich auch Anfeindungen aus.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrem Artikel vom 12.10. darüber, wie Künstler, Intellektuelle und Autoren mit den neuen Freiheiten im post-diktatorischen Indonesien umgehen, man erhält durchaus einen Einblick in die Kultur des Landes, seine große Vielfalt und wie eine Sprache alles zusammenhalten kann – oder soll. Leider kann man diese Reportage nur noch mit einem Testzugang lesen, die Zeitungen werden halt immer rigider was den Zugang zu alten Artikeln angeht. Schade. Aber wer dennoch mag … Triumph des Undenkbaren

Und sonst?

Die bisherigen Links stehen eigentlich alle für durchaus lange, dafür aber sehr informative und gut lesbare Zeitungsartikel. Wer lieber hört, und das ist sehr häufig nicht nur eine Abwechslung, sondern auch eine Schonzeit für die Augen, außerdem kann man nebenbei etwas anderes machen, kann bei diversen deutschen Radiostationen zu diesem Thema fündig werden. Ganz frisch von gestern Abend gibt es beim nordwestradio, oder auch bei SWR2, dieselbe Sendung, zum direkt nachhören oder die Sendung herunterladen

Aktuelle Literatur aus Indonesien: Von Tigermännern und Protestpriestern

Darüber hinaus gibt es hier bei SWR2 auch noch weitere Sendungen, nachzuhören, herunterzuladen oder nachzulesen – Gastland Indonesien

Es sind wirklich alle Sendungen dort zu empfehlen.

Natürlich hat auch Deutschlandradio, ob nun Deutschlandfunk oder Deutschlandradiokultur, viele Sendungen dazu bereits ausgestrahlt

Deutschlandradiokultur und die Buchmesse

Zu Indonesien startet man hiermit: Wie gefährlich sind Geschichten?

Auf dem Bild findet man den Button zum Nachhören, der Text dazu kann heruntergeladen werden. Als Podcast zum Herunterladen hier

Sehr gut!

Beim Deutschlandfunk sollte man hier anfangen:

Kritischer Blick auf das Gastland

Es sind ganz vielfältige Sendungen zu finden, vor allem interessant, wenn es um Interviews mit indonesischen Autorinnen geht.

Nun aber, zum Schluß, weg von den „alten“ Medien. Wenigstens (oder nur, aber mit gutem Grund) eine Webseite will ich empfehlen, die sich auch mit dem Thema Indonesien beschäftigt.

Qantara.de : Das arabische Wort „qantara“ bedeutet Brücke. Qantara.de ist ein Projekt der Deutschen Welle, an dem auch das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt sind. Das Projekt will zum Dialog mit der islamischen Welt beitragen und wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

In Sachen Buchmesse geht es schon auf der Startseite los und hat so viel zu bieten, dass ich erstmal gar nichts weiter empfehlen möchte, es hat Tiefe und es braucht Zeit: Qantara.de

oder direkt hier, wobei, vielleicht entgehen einem da andere Infos zu ganz anderen Themen …

Wer es aktuell liebt in Form auch von kleineren Meldungen zur Buchmesse, der sei auf die Buchmesse-Blogs bei den verschiedenen Medien verwiesen:

Bei Deutschlandradiokultur steckt der Blog hinter dem großen Bild,

die FAZ hat ihren hier

und die Frankfurter Buchmesse ihren eigenen hier

Oder Sie schauen mal bei 3sat im Internet vorbei – Informationen zur Buchmesse soweit das Auge reicht!

Und dann freuen sich sicherlich viele, wenn die Buchmesse vorbei ist und man endlich wieder dazu kommt ein Buch zu lesen. Zuvor aber noch ein kleiner Extra-Tipp, damit man weiß wie so die Verhältnisse sind: Lesen Frauen anders als Männer? Eine Kartengeschichte

 

Ellen Salverius-Krökel

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