Luthers 95 Thesen: der Ablass

31. Okt 2016

refportal(esk) Im letzten Jahr hatte ich an dieser Stelle zum Reformationsfest gefragt: Was tun am Reformationstag? Nun, der Reformation wird immer am 31. Okt. gedacht, oder gefeiert, was nichts neue ist. Bekannt ist auch, dass Luther an eben dem letzten Oktobertag 1517 seine 95 Thesen an das „schwarze Brett“ der Universität zu Wittenberg geschlagen hat, in diesem Fall eine Kirchentür. Gleichzeitig gingen diese Vorschläge zur Reformation der Kirche auch an seinen Landesherrn, einer davon die Kritik am Ablasswesen. Schauen Sie doch mal, wie soetwas aussah.

Nicht nur an diesem Tag, sondern wenigstens in diesem Jahr des Jubiläums, könnte man sich einmal mit Dokumenten dieser Zeit beschäftigen. Also wie sah sie aus, die Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther? Wie ein Ablassbrief? Solche Fragen können Dokumente, die seit Jahrhunderten in Archiven aufbewahrt werden, beantworten. Viele davon sind mittlerweile digitalisiert worden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein ganz wichtiges Thema war wie gesagt der Ablass bzw. das Ablasswesen. Es spielte in der spätmittelalterlichen Frömmigkeit eine sehr große Rolle. Indem man einen Ablass erwarb, konnte man sich die Zeit im Fegefeuer verkürzen. Missbräuche im Ablasswesen – unter anderem seine Kommerzialisierung – waren ein wesentlicher Punkt der Kirchenkritik vor und im Verlauf der Reformation. Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablass (31.10.1517) gelten als Auslöser der Reformation. Aber wie sah so etwas aus? Welche weiteren Dokumente wären mal interessant im Original angesehen zu werden (wenn auch am Bildschirm)? Etwa ein Beichtbrief aus einer Ablasskampagne des Erzbischofs Albrecht von Mainz, die u.a. Auslöser für Luthers Kritik war, oder eine Weisung der Stadt Kassel, dass der Ablasshandel zu unterlassen sei, oder eine Weisung vom 13. Dez. 1517 des Kardinals Albrecht von Brandenburgs an seinen Hofmeister, Massnahmen gegen die Verbreitung der Lehren Luthers zu ergreifen. Und dann sogar übersetzt in heutiges Deutsch.

Im Schaufenster in die Reformationsgeschichte werden ausgewählte Dokumente aus der Reformationszeit gezeigt, ergänzend zum digitalisierten Dokument finden sich jeweils eine Transkription, eine historische Erläuterung und eine Übertragung ins moderne Deutsch, in einigen Fällen auch ins Englische. So werden die Inhalte auch für den heutigen Leser mit geringeren Vorkenntnissen verständlich. Und zu finden ist es so nach dem Öffnen des jeweiligen Themas im Schaufenster: auf das kleine Bild oder den Link („zum Dokument“) unter dem kurzen Text klicken, im nächsten Fenster auf das Auge unter dem Bild, wodurch Sie weitere Informationen zu Literatur usw. bekommen, und in der sich dann öffnenden Ansicht oben in der Werkzeugleiste auf Textebene klicken. Sie können hier auswählen neben der Übersetzung auch die historische Einordnung. Man kann auf der Übersichtsseite mit den verschiedenen Dokumenten aber auch gleich auf das „Auge“ klicken und dann weiter wie oben beschrieben.

Das Reformationsportal bzw Das digitale Reformationsportal bietet auch weitere wunderbare Möglichkeiten sich Wissen zum Thema Reformation anzueignen!

P.S. Und wen nur dies interessiert: Die Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther durch Leo X. findet man hier

 

Ellen Salverius-Krökel

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