Munch : Van Gogh

24. Feb 2016

munch_schrei,sig(mb) An meine erste persönliche Begegnung mit Munchs Gemälde „Der Schrei“ vor über 50 Jahren kann ich mich noch lebhaft erinnern. Blankes Entsetzen war in manchen Gesichtern zu lesen und die Unmöglichkeit solcher Darstellungen wurde geäußert. Es waren die frühen 1960er Jahre, kaum waren die Nachkriegsjahre vorbei, die Schrecken des Krieges noch nicht verarbeitet. Doch wie die Zeit so hat sich auch das Kunstverständnis gewandelt.

Nun ist das Gemälde ab heute wieder zu sehen, und zwar in Amsterdam vom 25. September 2015 – 17. Januar 2016.
Der Ausstellungsname ist wohl bewusst gewählt. Munch : Van Gogh. Werke Munchs (1863-1944) werden denen Van Goghs (1853-1890)  gegenübergestellt, einige sind in der Ausstellung auch gleichzeitig zu betrachten. Gegensätzlichkeiten und Übereinstimmungen. Werke zweier Künstler, die sich in ihrem Leben nie begegnet sind, und dennoch soll Van Gogh starken Einfluss auf das Schaffen Munchs gehabt haben.

Die Ausstellungsseite allein ist schon ein Genuss. Wenn man die Sprachen, niederländisch oder englisch vielleicht nicht komplett verstehen kann, so ist allein die Bildbetrachtung der einzelnen Gemäldebeispiele faszinierend. Wieder einmal alles im Großformat.
van gogh auss.sigDie schriftlichen Informationen, unterteilt in einzelne Themenbereiche, laufen dezent ab vor einzelnen Bildern der beiden Künstler, beginnend mit van Goghs „Sternennacht über der Rhone“ und „Über den Dächern von Paris“ bis zu einem Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch. Dazu muss man wissen, dass Munch mehrfach den gleichen Titel verwendet hat. Zu den einzelnen Seiten mit Textbeispielen können vom rechten und linken Rand her – ein wenig versteckt – neue Bilder hervorgeholt werden, nur durch ein kurzes Berühren mit dem Cursor.

Einige Bilder, wie z. Die Kartoffelesser, Der Sämann und mehr stehen in großer Auflösung zum privaten Download zur Verfügung. Dazu ist auf den Pfeil als Downloadzeichen in der rechten unteren Seite nach der Bildvergrößerung zu achten. Das Downloadzeichen wird sichtbar durch Darüberfahren mit dem Mauszeiger.

Beeindruckend in der kurzen Vorschau sind schon die Gegenüberstellungen der kurzen Lebensbeschreibungen, Briefe und der einzelnen Werke, die Ähnlichkeiten aufweisen, sowohl in der künstlerischen Ausdruckweise als auch in den Lebensverläufen.
In einem Brief schrieb Edvard Munch am 28. Oktober 1933:

„Während seines kurzen Lebens ließ Van Gogh die Flamme niemals ausgehen. Eifer und Begeisterung waren die Antriebe seines kurzen Lebens, in der er für seine Kunst entbrannt war. Ich dachte und wünschte mir, wie er, dass meine Flamme der Begeisterung nie erlöschen wird und ich bis zu meinem Ende mit Feuereifer malen kann.“

Munch : van Gogh, 25.09.2015 bis 17.01.2016 in Amsterdam

Ontmoet Vincent & Edvard, Twee bijzondere levens

Zu intensiven Studien zu Van Goghs Leben, seinen Aufenthaltsorten und den verschiedenen Lebensabschnitten stehen auf diesen Seiten reichlich Materialien zur Verfügung.

Die gesamte Kollektion van Goghs ist hier zu sehen.

Van Gogh hat uns jedoch nicht nur als Maler eine große Anzahl an Bildern, sondern als eifriger Briefschreiber auch eine umfangreiche Sammlung an Briefen hinterlassen, die auf diesen Seiten chronologisch geordnet verzeichnet sind und alle als Übersetzung vorliegen, einschließlich vieler Antwortbriefe seiner Briefpartner. Sie allein durchzulesen bedarf es schon vieler Stunden, bieten aber eine authentische Quelle für sein Leben.

Edvard Munchs großformatige Bilder,  seine Biografie und ausführliche Interpretationen seiner Werke in englischer Sprache finden Sie in diesem Portal. Wenn man mit der oft unabänderlichen Werbung im Internet umgehen kann, hat man hier über viele Stunden Möglichkeiten, die Einzelheiten seiner Werke zu studieren.

Möchten Sie auch hier wie auf unseren Seiten die zweifache Möglichkeit einer vergrößerten Bildstudie nutzen, so finden Sie dies in einem kleinen Lernvideo bei uns beschrieben.

Einen Tipp möchte ich gern weitergeben, der sich für mich schon oft gelohnt hat.
Speichern Sie sich den Link zu vorzüglichen Ausstellungsseiten ab, denn ich habe auf diesem Wege schon so manche abgelaufene Ausstellung auch nach Jahren noch ansehen können, vorausgesetzt allerdings, dass diese im Archiv noch zugänglich sind.

Fotos eigen
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Margret Budde

 

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