Smartphone – mobil unterwegs II

18. Feb 2022

Sparsame Apps

Vorab. An dieser Stelle gehe ich davon aus, dass jeder Besitzer nach Ersteinrichtung seines Smartphones mit Grundeinstellungen auch dessen Benutzerhandbuch komplett gelesen hat. Denn nur mit guter Kenntnis aller Funktionen und Einstellungen kann ich mein Smartphone sinnvoll, sicher und sparsam nutzen. Weitere und vor allem umfangreiche Informationen erhalten Sie in den anerkannten Technikportalen, von denen wir einige hier beschrieben haben.

Mein Smartphone ist dank der Vorinstallation sofort einsatzbereit. Name, Tel. Nummer, Geburtstage und etliche Informationen über mich und wichtige Bekannte habe ich rasch in „Kontakte“ übertragen. Ohne „Telefon“ und „Nachrichten“ hätte es nur halben Wert. Und eine „Galerie“ zum Ablegen meiner ersten Aufnahmen mit der „Kamera“ muss auch funktionieren. Mit einem Klick auf die jeweilige App ist alles aktiviert, der Haken zur Erlaubnis rasch gesetzt.

Doch Halt! Um meine Bekannten schnell mal über „Telefon“ anzurufen, benötigt diese App den Zugriff auf „Kontakte“. Den Ort mit meinen sensibelsten und sorgfältig zu schützenden Informationen. Aber bei „externen Datensammlern“ ebenso heiß begehrt.

Weiß ich, wer und wie meine kostbaren Daten verwertet?

►◄ Zugriff auf meine Daten hat nur der, dem ICH diese einräume. ►◄

Bei einer Einrichtung müssen wir fast immer alle Berechtigungen erteilen, bei der Nutzung nicht unbedingt. Steht nur die vorinstallierte App zur Verfügung, lohnt in jedem Falle ein wenig Zeiteinsatz. Durch Abschalten einzelner Berechtigungen kann ich überprüfen, welche Bedeutung die nicht mehr zur Verfügung stehenden Bereiche für mich haben.

Die Berechtigungen meiner vorinstallierten Apps habe ich inzwischen kritisch unter die Lupe genommen und nach alternativen Lösungen gesucht – und gefunden. Inzwischen ist meine bevorzugte Lösung:

der Browserzugriff,

weil datensparsam und ohne Tracker. Ist jedoch eine App nicht zu umgehen, überprüfe ich diese zunächst über eines dieser beiden Portale.

Hier in einer Kurzvorstellung:
„AppChecker“ von mobilsicher.de, deutsches Angebot. Sie bieten
1. Was gesendet wird – alle Daten.
2. „Schnelltest“ mit Überprüfung der Installationsdatei (.apk), der App-Berechtigungen, der Werbung und In-App-Käufe und von Bausteinen von Trackern (SDKs). Beinhaltet jedoch keinen Bewertungsscore.
3. Im „Volltest“  wird ein Privacy-Score von eins bis fünf – „kein Risiko“ bis „sehr problematisch“ – vergeben. Der zusätzliche „Score 0“ kennzeichnet Apps, die ohne die Berechtigung „Internet“ auskommen und somit selbst keine Daten über das Internet versenden können. Daher wird zusätzlich die Möglichkeit geboten, gezielt nach solchen Apps zu suchen.

Nach ähnlich Prinzipien arbeitet diese mehrsprachig angelegte französische Seite.
„Exodus Datenschutz“, französche gemeinnützige Organisation

Die Neue App

Vor Installation einer neuen muss ich wissen, welche Anforderungen MIR hilfreich sein sollen. Daraus ergibt sich der Umfang der notwendigen Funktionen. Bleibt nur noch die Frage nach der Sparsamkeit: in der Datenweitergabe und an Ressourcen. Unter Ressourcen betrachte ich den benötigten Speicherplatz auf meinem Gerät und den Akkuverbrauch einer App.

Datenweitergabe

Die Weitergabe eigener Daten einzustellen sind in jedem Fall im persönlichen Google-Konto. Aber nicht nur dort geben wir sie preis. Jeder Anbieter einer App fordert als Preis zur Nutzung seines Angebotes einen gewissen Zugriff auf einen bestimmten Bereich unserer Daten. (Aufgelistet – je nach Anbieter – unter der jeweiligen App in den >Einstellungen >>App >>>„Berechtigungen“.

Ressourcen

Je umfangreicher das Funktionsangebot einer App, desto größer sein Datenvolumen, somit ein größerer Speicherplatzbedarf auf meinem Gerät. Große Dateien erfordern mehr Akkuleistung, oftmaliges Aufladen. (Aufgelistet – je nach Anbieter – unter der jeweiligen App in den >>Einstellungen >>App >>>Speicher >>>> Anwendung.)
Die Lebensdauer eines Akkus ist begrenzt durch eine bestimmte Anzahl von Ladezyklen, daher ein Sparen leicht nachzuvollziehen. Darum: Nicht erforderliche Funktionen müssen nicht vorhanden sein.

Meine ersten sparsamen Apps

– für mich ausreichend, alles „simple mobile tools“, (ohne Werbung und unnötige Berechtigungen,) einige ohne Internet, sind ab jetzt für mich aktiv. „Nachrichten“, „Kontakte“, „Telefon“ (sehr praktisch: nach der Nummernauswahl fragt die App erneut nach. Das verhindert einen versehentlichen Anruf!) „Kamera“, „Galerie“, „Kalender“ und „Speicher“. Weitere kommen hinzu.

Nach jahrelangem Nutzen meines bisher kostenlosen Kalenders wurde dieser jetzt gratis auf die umfangreiche Folgeversion nun zu 0,89 EUR umgestellt. Für neue Apps dieses Anbieters zahle ich gern diese geringe Gebühr. Aber das mag jeder für sich entscheiden.
Der Preis für meine pers. Daten liegt jedenfalls um ein Vielfaches höher.

►◄ zur Kontrolle, welche App Zugriff auf den Nutzungsverlauf seines Telefons und auf Benachrichtigungen (Anzeigen, welche Apps die Nachrichten lesen können) hat, schaut man nach unter >Einstellungen >>Sicherheit >>> Andere Sicherheitseinstellungen >>>>Erweitert >>>>>Zugriff auf Nutzungsdaten bzw. Zugriff auf Benachrichtigungen. ►◄

Margret Budde

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