Verantwortung in und für Europa

10. Jan 2017

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Auch dies ist unser Europa.

Reuters meldete am 9. Januar 2017

(mb) Mindestens 25 Menschen sind in Mitteleuropa bei Schneestürmen und strengen Frösten erfroren, hauptsächlich in Polen, wo die Temperaturen gebietsweise plötzlich unter -30 Grad C fielen. Hier starben 17 Menschen …

… in der Kälte am vergangenen Wochenende lt. amtlichen Mitteilungen, was die Zahl der Todesopfer seit November auf 65 erhöhte. Warum?

Tschechische Medien berichten von sechs erfrorenen Personen im Laufe des letzten Wochenendes, vier von ihnen in der Hauptstadt Prag, größtenteils Obdachlose. Temperaturen unter -30 Grad C berichten mehrere Wetterwarten. Weitere härtere Fröste werden vorhergesagt.

Die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete am Sonntag von Rekordtiefen von -28.1 Grad C. Ja, das seltene Bild einer langsam zufrierenden Donau bei Budapest ist zu beobachten. Auch die Slowakei meldet zwei obdachlose Tote, die den Frösten zum Opfer fielen. Obdachlose, die Schwächsten der Gesellschaft.

Wenn man allerdings die Meldungen aus Griechenland liest, kann einem gar nicht mehr wohl sein in der warmen, wohlgeborgenen Stube, vielleicht beim Glas Rotwein und leckerem Essen.

Unter der Schneelast sind die dünnen Zelte zusammengebrochen und Menschen gezwungen,  sich ein Zweierzelt mit fünf oder sechs anderen Männern und Frauen zu teilen. Dramatisch sieht es in den engen Lagern aus, wenn dort 5 – 6 Tausend Personen in ihren bescheidenen dünnen Zelten den  für Griechenland ungewohnt niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. Ohne Heizung und ohne richtige Stromversorgung.

Video zum Drama auf Lesbos

Es drängen sich Fragen auf. Erfrieren in Deutschland, Polen, Griechenland? Wie ist das möglich? Wen trifft es? Wieder einmal die Schwächsten der Gesellschaft, die Armen, die Obdachlosen und die Gesrandeten.
Was können wir tun? Was kann jeder Einzelne tun? Was kann die Gesellschaft tun, die auch wieder ein jeder von uns ist? Grausame Wahrheiten.

Woran mag es liegen, dass bei extremen Wetterverhältnissen immer wieder Menschen zu Tode kommen, sei es bei Sturmfluten, Erdbeben, ja, bei allen unvorhersehbaren Natureereignissen, die mit schweren Schäden einhergehen?

Sind Klimaveränderungen die Ursache oder gar politische, gesellschaftliche, ökonomische Gründe? Sind frühzeitige Warnungen nicht beachtet oder im Vorfeld zu wenig Vorkehrungen getroffen worden? Liegen gar vielleicht mehrere dieser Gründe vor? Eindeutige Antworten sind schwer zu finden.

Einfach weitermachen, weil wir ohnehin keine Soforthilfe leisten können, da wir weit entfernt vom Elend leben? Nein. Oder einfach wegsehen, weil wir direkt nicht betroffen sind? Abermals nein.
Hilfreich kann nur sein, sich Gedanken über Hintergründe zu machen, hier wo es uns allen gut geht. Mit anderen darüber zu sprechen und sich umfassend und zwar aus verschiedenen sachlich fundierten Quellen aufschlussreiche Informationen zu den möglichen, oft vielfältigen Ursachen zu beschaffen. Dadurch könnte vielleicht manch ein Weg zu kleinen Lösungsansätzen gefunden werden. Auch weit entfernt vom Ort des schrecklichen Geschehens.

Margret Budde

Quellen:
Reuters
Türkische Presseagentur
Griechenlandreporter
Griechenlandzeitung
Griechenlandzeitung in Australien

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