Wenn einer eine Reise tut …

4. Sep 2018

… dann kann er was erzählen

Eine Kulturgeschichte der Postkarte – Hören Sie mal

Zum Glück scheint das Schreiben und Verschicken von Postkarten ja wohl doch noch praktiziert zu werden. Andererseits verwundert es mich doch immer wieder, dass es sie überhaupt noch gibt, und sogar in vielfacher und schöner Auswahl. Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Jedenfalls beschäftigt das Thema doch immer noch wieder , …

… so erst kürzlich den SWR in der Sendung SWR – Forum: Sonnige Grüße. Eine Kulturgeschichte der Postkarte. Die Talk-Runde, alles Fachleute zum Thema, fand sich zu folgender Themenstellung ein:  „Das Wetter ist schön, das Wasser warm und das Essen prima“ – wer hat nicht schon selbst einmal eine ähnlich lautende Postkarte aus dem Urlaub verschickt? In Zeiten von WhatsApp und Facebook aber wirkt die Kombination aus Floskeln, kitschigen Palmen-Motiven und einer exotischen Briefmarke für die Daheimgebliebenen wie ein Ferien-Ritual aus einer längst vergangenen, analogen Welt. Doch noch immer sendet fast die Hälfte aller deutschen Urlauber ihre Grüße in die Heimat per Postkarte. Warum sind Ansichtskarten auch in der Social-Media-Ära so beliebt? Was verraten die Motive und Texte über ihre Zeit? Und was reizt Künstler und Schriftsteller wie Jurek Becker oder Klaus Staeck an diesem Medium? (zit. nach https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/swr2-forum-sonnige-gruesse/-/id=660214/did=22025968/nid=660214/14ftnkb/index.html).

Das ist interessant nachzuhören und auch herunterzuladen, nämlich hier: „Sonnige Grüße“

Wer nur oder hinterher zu einem Buch zum Thema greifen möchte, wird hier fündig:                                Anett Holzheid, Das Medium Postkarte. Eine sprachwissenschaftliche und mediengeschichtliche Studie, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2011, EUR 59,80
Vor allem zur Vorgeschichte und Entstehung des Mediums Postkarte ein sehr lesenswertes und interessantes Buch, das auch die Feldpostkarte nicht ausschließt, die natürlich nicht von solch wunderbaren Urlaubstagen berichtete, das die Frage nach Geschlechterrollen im Zusammenhang mit Postkarten stellt und manche sprachliche Besonderheit herausstellt. Und dann gab es da ja auch noch die Briefmarkensymbolik, die wenig mit der Wertmarke, aber viel mit einer Geheimsprache zu tun hatte.

Ellen Salverius-Krökel

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