Wiederentdeckt – Wiedergelesen

24. Feb 2017

Wie der Titel schon sagt, geht es hier eher um ältere Literatur, häufig vergessen und aus den unterschiedlichsten Gründen wieder aufgetaucht – manchmal a.g. unserer eigenen „Ausgrabungen“.

Literatur Hören: Miguel de Cervantes – eine Roman-Biographie

In meiner Sammlung von Zeitungsausrissen fand ich kürzlich beim Aussortieren diesen: eine neue Biographie zu Miguel de Cervantes (Uwe Neumahr, Miguel de Cervantes), dem Autor des immer noch und immer wieder, auch von mir, gerne gelesen Romans Don Quijote sei erschienen. Dieser Roman hatte im letzten Jahr wieder einmal für Aufsehen durch die Neuaufnahme einer Lesung gegeben. Ganz wunderbar! Aber eben im letzten Jahr erschien auch eine neue Biographie zu Cervantes de Saavedra. In verschiedenen Medien ist sie recht unterschiedlich bewertet worden. Aber darauf kommt es mir hier gar nicht an, hatte ich in eben jener Notiz doch gelesen, dass eigentlich immer noch die beste Biographie über Cervantes ein Roman sei. Und ich fand dazu auch einen vielversprechenden Satz in der ZEIT von 2008: „Bruno Frank hat eine der schönsten literarischen Biografien überhaupt geschrieben. Nur weiß das leider kaum jemand.“ Das machte mich hellhörig.

Es handelt sich hierbei um die Romanbiographie des von den Nazis aus Deutschland vertriebenen Bruno Frank, der im Jahre 1934 im Amsterdamer Querido-Verlag (legendär für die deutsche Exil-Literatur!!!) diesen wunderbaren Roman hat veröffentlich können. Die Lunte war bei mir also gelegt, das hörte sich alles vielversprechend an.

Leider fand ich sehr schnell heraus, dass es dieses Buch im Buchhandel nicht mehr gibt (letzte Ausgabe wohl 1992, die einschlägigen Antiquariatsportale haben mittlerweile wieder etliche Ausgaben im Angebot, viele sind DDR-Ausgaben, einige wenige tatsächlich entweder die Erstausgabe oder aber von Exilverlage in Österreich (1935), Schweiz (1937) und Schweden (1944). Digital lesen kann man es auch beim Projekt Gutenberg  (der Roman beginnt tatsächlich mit Kapitel 2!) Es wäre übrigens ein mehr als interessantes Thema, sich einmal mit den Exilverlagen und ihren Autoren während der NS-Zeit und insbesondere dem Querido-Verlag, Amsterdam, zu beschäftigen. Es gibt dazu gute Bücher.

Aber die Suchmaschine lieferte noch einen andere Link, und das ist geradezu köstlich! Der Radiosender mdr kultur hatte im letzten Frühjahr eben diesen Roman von Ulrich Noethen einlesen lassen und in 20 Folgen zu jeweils 30 Minuten gesendet. Ich machte mir zwar kaum Hoffnungen diese noch hören zu können, aber zum Glück war dies weit gefehlt, denn für ein ganzes Jahr sollten diese Folgen noch im Netz zur Verfügung gestellt werden. Kurz: eine wunderbare Möglichkeit diese große Romanbiographie kennenzulernen und zu genießen. Wahrhaftig! Der Wermutstropfen – zum Herunterladen gibt es diese Lesung nicht. Ich glaube aber, dass dies kein wirkliches Problem sein sollte. Man könnte man ja mal eine Email schreiben, an den MDR?

Der direkte Link zu den Folgen:

Bitte auf das Bild klicken!

Auf dieser Seite findet man weitere Informationen zu Autor, Inhalt und Sprecher.

Jedenfalls hoffe ich, dass ich auch anderen LeserInnen mit diesem Tipp eine Freude gemacht habe.

 

Viel Freude beim Hören – und Genießen!

Ellen Salverius-Krökel