Brennende Wälder, ausgetrocknete Flüsse und Seen, vertrocknete Feldfrüchte, wir haben das alles gesehen, wenn nicht vor Ort, dann aber doch im Fernsehen. Erschütternd! Aber dann: In manchen Tageszeitungen, z.B. des Südwestens, konnte man nach den ersten Tagen mit kühleren Temperaturen und ein ganz klein wenig Regen schon wieder lesen, dass der Sommer nun wohl vorbei sei. Nichts mehr mit Sommer, Sonne, Happiness also? Man konnte sich manchmal schon fragen, ob man im falschen Film sei.
Vergessen, so schien es, waren außergewöhnliche Hitze, über 50 Hitzetage in Baden-Württemberg, Übersterblichkeit aufgrund von Temperaturen nahe oder über 40° C, irreversible Schäden in der Natur und der Landwirtschaft. Und dazu der Produktionsausfall von mehreren Milliarden Euro, denn der Mensch arbeitet eben nicht so gut bei derart hohen Temperaturen. Es bedarf mehrere Wochen langanhaltenden Landregens (oh je, Dauerregen und schon wieder kein Sommer), um auch nur annähernd einen Normalpegel in den Flüssen zu erhalten. Über das Grundwasser ist damit noch gar nichts ausgesagt, denn das hat schon über Jahre Dürre erlitten, dem Menschen und seinem Raubbau sei Dank. Das zu korrigieren bedarf noch mehr Regen.
Und die Folgen? Alles nicht so schlimm? Einfach Wetter? Man muß sich vielleicht ein wenig bemühen, um fundierte Berichte, wissenschaftlich Einschätzungen und Folgenbewertungen zu erhalten. Eine gute Quelle dafür ist der Informationsdienst Wissenschaft (idw), der einen täglichen Newsletter verschickt, individuell auf persönliche Interessen einstellbar, der aber auch als Portal mit Suchmaschine Informationen auf der Basis von Pressemitteilungen der unterschiedlichen Wissenschaftsinstitutionen zur Verfügung stellt. Übrigens erhält man dort auch eine gute Portion Wissen mitgeliefert.
Einige Beispiele, eine bunte Mischung Wissenschaft:
Klimapläne in Großstädten: Stadtgrün hilft, wird aber kaum genutzt Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Grünflächen könnten in Städten einen wichtigen Beitrag für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels leisten, in Klimastrategien spielen sie aber nur eine geringe Rolle. Das zeigt eine Auswertung der Klimastrategien von 25 europäischen Großstädten von Forschenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Das Team wertete rund 2.500 Einzelmaßnahmen aus. Nur 11,6 Prozent davon betrafen Grün- und Freiflächen. Die Städte setzen vor allem auf Maßnahmen zur Minderung klimaschädlicher Emissionen. Die Studie erschien im Journal „Progress in Disaster Science“ mehr
Podiumsdiskussion „Eine biodiverse Gesellschaft ist möglich?!“ Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz Der Hitzesommer 2026 hat den Klimawandel wieder akut ins Bewusstsein gebracht. Daneben gibt es aber eine zweite Umweltkrise, über die kaum jemand spricht, die aber nicht weniger bedrohlich für unsere Gesellschaft ist: Das stille Sterben in Feld, Wald und Wiese, das rapide Verschwinden von Arten und Ökosystemen und damit der unwiederbringliche Verlust einer Ehrfurcht gebietenden, in Jahrmillionen der Evolution entstandenen Vielfalt anderen Lebens. mehr
Studie: Änderungen in atmosphärischer Zirkulation verursachen Trockenheit in Europa Universität Leipzig Sie fanden heraus, dass diese zu großem Teil in einer Veränderung der Zirkulationsmuster liegen: Dies sind Veränderungen typischer Wetterlagen, die rund 55 Prozent des sommerlichen Dürretrends erklären. Konkret handelt es sich um häufigere und beständigere Hochdruckgebiete, die durch trockenes Wetter für weniger Niederschlag gesorgt haben. mehr
Klimabedingte Wasserknappheit lässt Weizenpreise weltweit steigen Johannes Gutenberg-Universität Mainz Bisherige Untersuchungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Nahrungsmittelpreise haben häufig langfristige Veränderungen durchschnittlicher Ernteerträge in den Mittelpunkt gestellt. Das internationale Forschungsteam um Trnka, Esper und Torbenson wählte eine andere Fragestellung und untersuchte, ob sich die globalen Getreidepreise mit dem räumlichen Ausmaß von Wasserknappheit während der Wachstumsphase der Pflanzen in Verbindung bringen lassen. mehr
Waldbrand FAQ Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL Waldbrände im Klimawandel: Welchen Effekt hat der Klimawandel auf die Waldbrandgefahr in den kommenden Jahrzehnten? Fast jedes Jahr in diesem Jahrzehnt brechen Waldbrände in Europa Rekorde. Klimaprojektionen zeigen deutlich, dass die Extremereignisse Trockenheit und Hitzewellen mit der Erderwärmung zunehmen. In Folge steigt die Waldbrandgefahr. Die Anzahl Tage, an denen die Waldbrandgefahr mindestens «hoch» ist, wird sich bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mehr als verdoppeln. mehr
Warum Äpfel anders auf den Klimawandel reagieren als Weizen Technische Universität München Der Klimawandel verändert die Erträge landwirtschaftlicher Kulturpflanzen – jedoch nicht bei allen Pflanzen gleichermaßen. Forschende der Technischen Universität München (TUM) fanden heraus, dass Erträge auch davon beeinflusst werden, wie stark Pflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Die Ergebnisse zeigen, wie sich die Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen muss. mehr
Neue Studie weist menschlichen Fingerabdruck bei regionalen Klimaveränderungen empirisch nach Max-Planck-Institut für Meteorologie Der Klimawandel erfasst die ganze Erde – und doch erwärmen sich Regionen unterschiedlich schnell. Wo ist die menschengemachte Erwärmung bereits eindeutig nachweisbar? Und wo dominieren aktuell noch natürliche Schwankungen? Eine neue Studie hat den menschlichen „Fingerabdruck“ direkt aus Beobachtungen abgeleitet. Die Methode hilft, den regionalen Wandel besser zu verstehen. mehr
Und auch dies gehört dazu:
DGPs-Kongress 2026: Psychologische Perspektiven auf mentale Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) Multiple Krisen, rasante technologische Entwicklungen und die Folgen des Klimawandels prägen unsere Zeit. Sie verändern, wie Menschen leben, arbeiten, entscheiden und ihre Zukunft wahrnehmen. Gesellschaft und Politik stehen vor der Aufgabe, diesen Wandel zu verstehen und zu gestalten. mehr
Dies ist nur eine kleine Auswahl aus den Pressemitteilungen zum Thema Klimawandel der letzten 14 Tage. Es gibt darüber hinaus aber noch weitee relevante Informationen zum Thema, etwa, dass Offshore-Windparks die Niederschläge verändern können, dass marine Hitzewellen, also wärmeres Meerwasser die natürliche Kohlenstoffspeicherung von Seegrasweiden schwächt oder Bodendegradation schon jetzt die globale Nahrungsmittelproduktion verringert. Versuchen Sie es doch mal selbst auf idw – Informationsdienst Wissenschaft – Nachrichten, Termine, Experten
Warum es unbedingt notwendig ist, sich selbst zu informieren und warum immer noch so viele Menschen den Klimawandel unterschätzen oder ihn gar infrage stellen, findet hier ebenfalls hilfreiche Informationen. Eine internationale Studie kommt zu dem Schluß, dass die (internationale) Berichterstattung zum Klimawandel besonders dann schlecht läuft, wenn es z.B um Überflutungen und Dürren geht. Schlechte Bilder verkaufen sich eben nicht, und das könnte eine Erklärung sein, warum viele Menschen die Auswirkungen des Treibhauseffektes noch immer unterschätzen. Nachzulesen hier: Dürren und Überflutungen laufen besonders schlecht
Ellen Salverius-Krökel