Zwei Vulkanausbrüche im Herbst 2014

23. Mai 2016

(gra) Mit einem gewaltigen Knall explodierte am 31. August 2014 im wenig besiedelten Norden Islands der Vulkan Bardarbunga. Lavafontänen von fast 200 Kubikmetern Stärke schossen bis zu 100 Metern in die Höhe.

Die Eruption war zum Glück nicht von einer Aschenwolke begleitet. (Eine solche legte 2010 beim Ausbruch des isländischen Eyjafjällajökull tagelang den europäischen Flugverkehr lahm). Am 27. September 2014 erreichte uns die Meldung, dass 200 km entfernt von Tokio der Vulkan Ontakesan ausgebrochen war. Er spie Aschenwolken und Gesteinsbrocken „bis zur Größe eines Autos“ auf zahlreiche Wanderer aus. Von 260 Menschen, die den Blick auf die Färbung des Herbstlaubs genießen wollten, starben mindestens 30, weitere sind noch vermisst. Beide Vulkane waren damals bei Redaktionsschluß noch aktiv.

Vulkanologen können keine sicheren Prognosen über das Verhalten von Vulkanen machen. Dennoch sind ihre Forschungen sehr wichtig, wenn wir Vermutungen anstellen wollen, beispielsweise über die uns vorausgesagte Erderwärmung. Unser Klima ist demnach keineswegs nur von uns selbst „hausgemacht“, sondern wir müssen uns auch klar machen, dass die Erdschicht, auf der wir leben, über dem feuerflüssigen Erdkern einen gefährlichen Tanz absolviert. Jedoch: Die Vulkan-Forscher lösen immer mehr Rätsel der Klimaveränderungen unseres Planeten.

In einem Artikel hier „Kleine Eiszeit vom 15. Dezember 2014“ berichten Sie über deren Entstehung als Folge gewaltiger Vulkanausbrüche mit Aschenregen, so 1893 durch den Ausbruch des Krakatau in der Sundastraße/Indonesien, der mit einem Knall explodierte, der auf einem Drittel der Erde zu hören war und in der Folge Aschen- und Schwefelwolken rund um die Welt schickte. Gerade zu dieser Zeit war erstmals ein Seekabel zur Nachrichtenübermittlung in der Sundastraße verlegt worden. So gingen erschütternde Berichte über dieses riesige Unglück um den ganzen Erdball. 1991 brach der Pinatubo auf den Philippinen aus und brachte Tod und Verderben für Tausende von Menschen. In jüngster Zeit, 2010, konnten wir in den Medien Berichte über den Ausbruch des Mount St. Helen in Alaska verfolgen – dessen Auswirkungen auf das Erdklima erforschen die Wissenschaftler noch.

Im Frühjahr 2014 nun berichtete der TV-Sender N24, dass Vulkanologen im alten vorkolumbianischen Siedlungsgebiet der Maya einen bis ins Sediment getriebenen Bohrkern aus der Erde holten. Dieser enthielt eine dicke Aschenschicht, die auf die Zeit um 540 A.D. durch neuartige DNA-Mess-Methoden datiert werden konnte. Bisher war es eines der größten Rätsel, wieso die blühende Maya-Hochkultur um diese Zeit ein so jähes Ende fand. Man kann jetzt verstehen, dass ein gewaltiger und langandauernder Aschenregen die gesamte Natur und die Menschen vernichtete. Um 540 A.D. War Amerika noch nicht vom Westen entdeckt. Der Vulkanausbruch des Ilopango im Siedlungsgebiet der Maya allerdings sandte seine Aschenwolken rund um die Erde und verursachte auf den Breitengraden Mittelamerikas Klimaveränderungen, Hungersnöte und den erstmaligen Ausbruch der Pest in Südeuropa. Sie wurde von Ratten übertragen, die von Alexandria mit Kornlieferungen in das ausgehungerte Konstantinopel gebracht wurden. (Der römische Kaiser Justinian erkrankte dort an der Pest, überlebte jedoch). Gleichzeitig mit den Vulkanausbrüchen und den „Kleinen Eiszeiten“ verringerte sich die Bevölkerung der betroffenen Weltgegenden um die Hälfte.

(Quellen: Wikipedia; Kulturfahrplan).

Lydia Grabenkamp

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