Dialog zum Frieden

24. Okt 2017

24. Oktober – Friedensschluss 1648

(mb) Die Stadt Münster hält als Stadt des Westfälischen Friedens ebenso wie Osnabrück das Gedenken an dieses vor mehr als 350 Jahren für ganz Europa ja für den Frieden in der Welt so bedeutende Ereignis in mannigfachen Beiträgen und Veranstaltungen lebendig.
Bedeuten doch die gesamten damaligen Verhandlungen wichtige Meilensteine zur Entwicklung des heutigen Völkerrechtes aber auch zu unserer heutigen europäischen Friedensordnung.

Neben der Stadt leisten nun auch die christlichen Kirchen Münsters ihren Beitrag und feiern seit 1993 gemeinsam an diesem Tag, dem 24. Oktober eines jeden Jahres, eine ökumenische Friedensvesper in der St. Lambertikirche in der Innenstadt.

„Krieg ist leicht, Frieden ist schwer“,
formulierte 2009 Dr. Sumaya Farhat-Naser (palästinensische Christin und Friedensaktivistin) ihren Beitrag zur Friedensbotschaft als Teilnehmerin einer Podiumsdiskussion zum Thema „Konfliktregion Naher Osten“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Universität Münster „1648: Dialoge zum Frieden“  mit namhaften Persönlichkeiten aus Palästina und Israel, die gemeinsam mit deutschen Journalisten und Publizisten die Ursachen des schon jahrelang währenden Konfliktes im Nahen Osten diskutierten und nach Lösungsansätzen suchten.
Diese Friedensbotschaft diente als Ausgangspunkt zur jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe um den 24. Oktober:

Dialoge zum Frieden

Auch in diesem Jahr gab es wieder eine wichtige Veranstaltungsreihe.
Angelehnt an das Reformationsjahr 2017 wird besonders auf das mit Münster aufs Engste verbundenen Wirken der Täufer eingegangen, das bis heute noch für lebhafte Diskussionen sorgt. Im Mittelpunkt dabei stehen zwei Diskussionen im Rathausfestsaal.

„Identität. Fundamentalismus. Gewalt – Radikalisierung religiöser Bewegungen“.
Ausgehend von der mitelalterlichen Wirkunsggeschichte der Täufer in der Stadt des Westfälischen Friedens, die das gesamte Stadtleben in ihren Grundfesten verändert hat, suchen internationale Experten eine Antwort auf die Frage „Wie und warum kann sich eine religiöse Bewegung so radikalisieren?“

„Siegeszeichen. Mahnmal. Kunstwerk. Touristische Attraktion – Die Käfige am Lambertikirchturm“.
In dieser zweiten öffentlichen Diskussionsrunde diskutieren Fachleute aus den Bereichen Stadtgeschichte, Wissenschaft, Kunst und Kultur über die als ein Wahrzeichen Münsters geltenden und weithin über den Prinzipalmarkt sichtbaren Körbe am St. Lambertikirchturm. Sie weisen auf die dramatischen Ereignisse der Jahre 1534 und 1535 hin, da die gefolterten und hingerichteten Täufer zur Abschreckung in den Käfigen gezeigt wurden. Hintergrundinformationen der Universität

Die heutige Friedensvesper zum Thema „Suche den Frieden und jage ihm nach“ beendet diesen Veranstaltungszyklus.

„gegenwaertig“

Als diesjähriger Beitrag zum Dialog des Friedens sei hier besonders auf die beeindruckende Illumination zum Reformationsjahr 2017 „gegenwaertig“ von Lena Sandfort hingewiesen.

Dieser Lichtstrahl setzte für zwei Wochen im Oktober jeden Abend ein Lichtzeichen und lockte viele Bewunderer an. Er zieht eine strahlende Verbindungslinie zwischen dem ehemaligen Wohnhaus des Täufer-Führers Bernd Knipperdolling mit seinem „Grab“, einem der Käfige am St.-Lamberti-Kirchturm.

Hiermit will Lena Sandfort auf die oft nah beieinander liegenden, vermeintlich gegensätzlichen Dinge unseres Lebens hinweisen, wie „Leben und Tod, Liebe und Hass, Argwohn und Offenheit“. 2009 hatte sie diese Installation zum ersten Mal bei „Münster Morphosen“ gezeigt.

Beim Anblick dieses grün leuchtenden Strahles blieb so mancher abendliche Stadtbesucher in Gedanken versunken stehen, der deutlich vernehmbaren einzigen Frage nachgehend, welche Bedeutung dies haben möge.

Fotos Margret Budde
Rathaustür Osnabrück
„gegenwärtig“
Täuferkäfige

PDF

Margret Budde

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