Metropolregionen – ein kleiner Überblick

17. Jun 2017

(mb) Die letzte Einheit vor einigen Wochen in der Reihe „Unser Europa“ lautete „Metropolregionen“.
Wenngleich bis zur 22. Woche das meiste nur Wiederholung war, so mussten einige Leser beim letzten Begriff schon überlegen. Zugegeben, ich auch ein wenig. So geläufig ist dieser Begriff in einigen Regionen Deutschlands überhaupt nicht, ist zwar nicht neu, wird aber in (fast) nur bestimmten Zusammenhängen genannt. Ab und an findet man ihn auf großen Hinweisschildern neben der Autobahn.

Was versteht man nun darunter? Hätten Sie es gewusst?
Wir haben uns auf die Suche gemacht und dabei wie immer viele interessante Informationen erhalten und auch einige Entdeckungen gemacht.


Unter Wikipedia liest man gleich in der Übersicht der Suchmaschinen
„Eine Metropolregion (in der Schweiz meist Metropolitanraum) ist ein stark verdichteter Ballungsraum einer Metropole. Metropolregionen werden als Motoren der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes betrachtet.“

In Deutschland werden 11 unterschiedlich große Regionen als die Europäischen Metropolregionen Deutschlands angegeben.
In der Übersichtskarte der IKM-Mitglieder zu Deutschland gewinnt man rasch einen Überblick, wie sehr die einzelnen Regionen teilweise im räumlichen Bereich ineinander übergehen.

Herausgegeben wurde die Karte von dem 2001 gegründeten „Initiativkreis Europäische Metropolregionen in Deutschland“ (IKM), dessen Gründung auf den Wettbewerb „Regionen der Zukunft“ der damaligen Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung aus dem Jahr 1997 hervorgegangen ist und vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung begleitet wurde.

In ihren Leitlinien der Raumentwicklung in Deutschland haben sie ihre Handlungsstrategien festgelegt, die da sind:

  • Wachstum und Innovation
    Daseinsvorsorge sichern
    Ressourcen bewahren und Kulturlandschaften gestalten.

Schauen Sie allerdings einmal auf die Europäische Übersichtskarte, so sind die über 50 europäischen Metropolregionen und die Groß- und Ballungsräume zu erkennen.

Der als Schulbuch-Verlag bekannte Ernst Klett Verlag hat zu Unterrichtszwecken ein sehr verständliches Infoblatt zu den Europäischen Metropolregionen in Deutschland herausgebracht, das auf seiner Verlagsseite auch als PDF zur Verfügung steht.

Bei all meinen Recherchen habe ich neben den guten sachlichen Informationen, in den auch von uns benannten Seiten, jedoch viel Erklärungsbedarf, ja teilweise Skepsis zum eigentlichen Nutzen dieser eher aus gesamtwirtschaftlichen Gründen angelegten „Neuschöpfung“ festgestellt.

Zum Jahr 2010 fiel mir als ehemaliges Ruhrgebietskind beim Durchfahren des heimischen Autobahnnetzes gleich auch die Beschilderung „Metropole Ruhr“ in den Blick. Doch mit dem eigentlichen Namen kann sich hier bis heute noch kaum jemand anfreunden. Für alle hier im „Kohlenpott“ oder „Ruhrgebiet“ aufgewachsenen und jahrzehntelang wohnenden Menschen ist dieses Wort noch so gut wie ein Fremdwort im täglichen Sprachgebrauch.

Schon 2008 wird in den Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Bauwesen und Raumordnung die Frage in den Raum gestellt, welche Gründe zu einem Zusammenschluss zweier so unterschiedlich entstandener und sich später entwickelter Ballungsräume zur Metroporegion Rhein-Ruhr bestehen, die sowohl  flächenmäßig die größte Region in Deutschland ist, als auch in ihrer Bevölkerungsdichte mit Paris, Moskau oder Istanbul auf einer Höhe liegen, wobei die letztgenannten zu den größten Europas zählen.

Es ist ein weites, zum Teil noch unbekanntes Feld, das man betritt, wenn man nach Hintergründen, Sinn und Zweck sowie auch Erfolgsaussichten zu diesem Konstrukt  suchen will.
Das mag aus meiner Sicht einer der Gründe sein, warum so wenige Menschen diesen Begriff „Europäische Metopolregion“ einordnen können.
Vieles hat sich seit der ersten Stunde entwickelt, aber noch viel mehr muss sich bilden, bzw. muss wachsen, um zum Erfolg zu führen.

In unserem Quiz werden die wichtigsten Metropolregionen im Europäischen Raum gezeigt. Es gibt aber noch viel, viel mehr, die den zur Verfügung stehenden Rahmen gesprengt hätten. Darum hat man hier nur einen kleinen Überblick zusammengestellt.

Ende September 2010 war nach einer exklusiven Studie im Auftrag der Financial Times Deutschland (FTD) zu lesen, dass in den damals 27 Mitgliedsstaaten genau 52 Städte und Ballungsgebiete Metropolenfunktionen besitzen und Deutschland als „Metropolenmeister“ bezeichnet wird.

„Nach gängiger wissenschaftlicher Definition zeichnet sich  Metropolregionen dadurch aus, dass sie eine hohe Innovationskraft und eine gewisse Größe haben, Drehscheibe für den Austausch von Wissen und Waren sind sowie als Sitz von wichtigen Unternehmen, Behörden und Organisationen dienen. Contor hat diese Funktionen anhand von 15 Kriterien untersucht – etwa den Beschäftigten in der Spitzentechnologie und der Anbindung an Flughäfen und Autobahnen.
Unter den Metropolregionen sind bekannte Namen wie Mailand, Madrid und München, aber nicht ausschließlich. In Deutschland sind die wirtschaftlichen Zentren deutlich weiter übers Land verteilt als in den anderen EU-Staaten. Nicht weniger als 22 Gebiete erreichen den Status der Metropolenregion – auch der Großraum Aachen ist dabei.“ aus: Wirtschaft in Aachen

Metropolregionen sind Zentren für Verwaltungs- und Forschungseinrichtungen, aber auch Drehpunkte für Kultur, Wirtschaft und Sozialwesen.

Weitere Quellen zur Vertiefung:

Historisches Lexikon Bayerns
Kommunalpolitik
Eurostat
Niedersächsische Staatskanzlei
Wirtschaftsförderung Aachen
Regionalkunde Ruhrgebiet
Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover

Beitrag als PDF

Margret Budde

PS. Baden-Württemberg stellt seinen Bewohnern das „Metropolticket“ für die miteinander verbundenen 9 Verkehrsverbünde zur Verfügung.

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