Nachgehakt: Der Genozid an den Armeniern

25. Jun 2016

Das Donnergrollen nach der Armenien-Resolution im Deutschen Bundestag hat sich nun wohl in die Türkei zurück gezogen, wiewohl auch dort die Tagespolitik heute anderen Themen ausmacht. Es könnte daher nun Zeit, Raum und Ruhe sich eröffnen, sich sachlich und unabgelenkt mit dem Thema „Armenien – Völkermord ja oder nein“ zu beschäftigen. Aber wie?

Dazu gibt es gute Web-Seiten, die durchaus eben Sachlichkeit und doch in großem Maße unabhängige Informationen bieten. Dabei sind einige dieser Seiten so umfangreich, dass man sich wirklich Zeit geben sollte und weswegen wir uns hier auf zwei Portale beschränkt haben. Dafür bekommt man aber einen umfassenden Einblick, der zudem nicht trocken ist. Bilder, stehende und laufende, sowie zahlreiche Hörbeiträge lassen dieses kleine persönliche  „Lernprojekt“ sehr abwechslungsreich vonstatten gehen. Und danach kann man auch guten Gewissens mitreden, man weiß, worüber man redet.
Eine wirklich umfangreiche und breite Palette zum Thema bietet die Bundeszentrale für politische Bildung. Es geht um die Zeit vor dem Jahr 1916, den Zusammenhang mit dem ersten Weltkrieg, die Verwicklung der Deutschen, das Osmanische Reich und dessen Zerfall, die Türkei heute und diverse Texte und Bilder zur armenischen Geschichte und Kultur.
Bundeszentrale für politische Bildung: Genozid an den Armeniern

Im Rahmen eines größeren Themas, nämlich dem des Ersten Weltkriegs, hat der SWR in seinem zweiten Programm reichhaltiges Material zusammengetragen. Und wie sich das für eine Rundfunkanstalt gehört, machen es Audio-Beiträgen gut konsumierbar. Dazu natürlich auch Texte und Bilder.
Das Thema Armenien wird dann nochmals extra auf einer Unterseite angeboten. Geschichte, Politik und Kultur finden sich im Sendungsarchiv, leider aber das Hörspiel „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel nicht mehr. Schade, aber mitlerweile ja ein bekanntes Ärgernis bei den Rundfunkanstalten. Wer die Kosten nicht scheut und nicht auf dieses immens eindrucksvolle, wichtige literarische Dokument verzichten will, kann es käuflich erwerben. Der Frage nach den deutschen Verstrickungen wird in einem knapp 30 minütigen Beitrag nachgegangen: Deutschland und der Völkermord an den Armeniern. Zum Nachhören und Herunterladen. Dazu passen dann diese 4 Bilder Handelnder Personen (bitte nach unten scrollen).                                                                     Weiter gibt es auch armenische Musik, zum Nachhören und Herunterladen. Ebenfalls als Audio der Reisebericht der Schriftstellerin Katerina Poldjan, die sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie in Armenien gemacht hat:  Aragaz und Ararat. Literarisch geht es auch weiter in dem Feature über den für viele von uns sicherlich unbekannten armenische Dichter Jeghische Tscharenz: Und es brennt mein Herz tagelang… . Zum Nachhören und Herunterladen.
Natürlich darf, oder besser dürfte, eine reichhaltige Liste samt Rezensionen zu Sachbüchern über den Völkermord an den Armeniern nicht fehlen. Angekündigt ist sie, aber leider nicht verlinkt. Bei der Suche nach den vier aufgeführten Autoren, konnte ich wenigstens eins finden:
Gottschlich: Beihilfe zum Völkermord
„Hart, aber nützlich!“ Vor 100 Jahren begann der Massenmord an christlichen Armeniern im Osmanischen Reich. Doch welche Rolle spielte das deutsche Kaiserreich?

Verweisen möchten wir auch auf die Webseite Armenocide, die Dokumente aus  staatlichen Archiven zum Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg zeigt. Es sind vor allem Dokumnete des Deutschen Auswärtigen Amts. Mehr zu dieser Seite und den Zielen kann man im Vorwort nachlesen. Empfehlenswert!

Ellen Salverius-Krökel

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