Weimar im Cranachjahr 2015 – II

17. Feb 2016

Cranach_autograph(mb) Nach dem Besuch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek standen nun die beiden Hauptorte zu Lukas Cranach in Weimar auf meinem Programm, die Stadtkirche St. Peter und Paul und das Schillermuseum mit der gerade stattfindenden Ausstellung „Cranach in Weimar“  im Rahmen des Themen-Jahres 2015. Alles innenstadtnah.

Zunächst ein wenig zur Stadtkirche.

Stadtkirche St. Peter und Paul oder auch Herderkirche

Der Ursprung der Stadtkirche geht auf  die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück.

Nach den ersten durch Brände vernichteten Kirchbauten wurde um 1500 diese Herderkirche Weimardreischiffige Hallenkirche erbaut, in der auch Martin Luther predigte, so ist in der Kirchengeschichte zu lesen. Durch die Umbauten und Erweiterungen zu verschiedenen Epochen sind romanische, barocke und auch spätgotische Baustile zu entdecken. Von 1949 bis 1953 erfolgte der Wiederaufbau der im Februar 1945 stark zerstörten Kirche.

Eng mit der Stadtkirche verbunden ist Johann Gottfried von Herder, nach dem die Kirche später zusätzlich benannt wurde. J. G. Herder wirkte an dieser Kirche u.a. als Kirchenrat, Generalsuperintendent und Oberhofprediger und fand als letzter Amtsinhaber hier in seiner Wirkungsstätte seine letzte Ruhe. Die Gusseiserne Platte über seiner Grabstätte in der Kirche ist nicht zu übersehen.
Ihm zu Ehren wurde 1850 ein Denkmal vor der Kirche errichtet.

Die Geschichte der Stadtkirche ist kurz zusammengefasst hier nachzulesen, ebenso die für Besucher wichtigen Öffnungszeiten.

Neben den vielen Epitaphien und Gedenkplatten in der Stadtkirche, die seitlich und hinter dem Altar zu sehen sind, ist der Hochaltar mit den drei Cranachbildern Hauptanziehungspunkt für jeden Kunstinteressierten. Zum Themenjahr 2015  „Bild und Bibel“ können Sie auf diesen Seiten viele Informationen zu den Bildern und der Kirchenausstattung nachlesen.

Ein kleines Video zeigt den Kirchbau mit den verschiedenen Baustilen, das Herderdenkmal vor der Kirche und den dreiflügeligen Cranachaltar. Die wenigen Videobilder mögen einen kleinen Vorgeschmack auf die herrlichen, in allen Farben strahlenden Cranachbilder geben. Jedoch die Schönheit des Altares erlebt man nur an Ort und Stelle. Wie groß wird der Glanz erst bei guter Beleuchtung an Festtagen sein! Und dann kann auch das prächtige Schnitzwerk, Gesprenge genannt, oberhalb der Mitteltafel richtig zur Geltung kommen.

Schillermuseum mit „Cranach in Weimar“

Das Schillermuseum befindet sich im nahen Fußgängerbereich und ist im Anbau an das Historische Wohnhaus Schillers untergebracht. Die seit wenigen Jahren neu gestalteten Ausstellungsräume im Obergeschoss bieten nun Gelegenheiten zu Ausstellungen mit hochsensiblen Werken, was nur durch div. techn. Geräte sichergestellt werden kann.

Die Ausstellung „Cranach in Weimar“ ist ein Beitrag der Klassik Stiftung Weimar zum Thüringer Themenjahr „Bild und Botschaft“, an dem sich die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und die Wartburg-Stiftung Eisenach ebenfalls mit einzelnen Beiträgen in diesem Jahr beteiligen.

plakat 3Das fast drei Meter hohe Ausstellungsplakat über dem Eingang des Schillermuseums war nicht zu übersehen. Der Besucherandrang war erfreulich groß, was ein Fotografieren in den Räumen allerdings schwierig gestaltete, sodass ich einige Aufnahmen nicht genügend ausloten konnte. Aber die wenigen Bilder mögen einen ersten Eindruck vermitteln.

lucas.cranach.d.Ä.aus.sigGleich nach dem „Begrüßungsbild“ Lucas Cranach d. Ä. erhält der Besucher eine Einführung im ausführlich dargelegten Ausstellungskonzept.
Mit dem ersten Themenbereich »Werk und Künstler« wird das Wirken von Vater und Sohn sowie die Thematik »Gesetz und Gnade« in ihren Darstellungen aufgezeigt.
Das zweite der insgesamt   vier Kapitel »Glaube und Reformator« steht ganz im Zeichen der Reformation und ihrer Vertreter.
»Botschaft und Auftraggeber« als wohl größtes Kapitel erschließt uns das Wirken des Malers am Hof des damaligen Fürsten Johann Friedrichs des Großmütigen, für den er als Auftragsmaler zur Repräsentation diente.
Das vierte Kapitel »Rezeption und Betrachter« befasst sich zusammenfassend mit der Zeit der Wiederentdeckung Cranachs in der Goethezeit bis zum Weimar des 20. Jahrhunderts.

Um in den vollen Genuss eines Kunstbildes gelangen zu können, ist ohnehin nur ein persönlicher Ausstellungsbesuch anzuraten. Oder aber als Ersatz besucht man eines der guten Kunstportale im Internet, zur Vorbereitung oder auch zum Nacharbeiten.

Mit dem Cranach digital Archiv  besteht seit 2009 ein Forschungsprojekt zur digitalen Erschließung der Gemälde Lucas Cranach des Älteren, in dem acht große Museen in Europa und den USA gemeinsam mit dem Museum Kunstpalast in Düsseldorf und der Fachhochschule Köln das umfangreiche Werkverzeichnis des Malers der Öffentlichkeit digital zur Verfügung stellen wollen. Auf

In dieser umfangreichen Forschungsseite mit allein 55 Seiten und jeweils 24 Gemäldeabbildungen, nebst Standortanzeige zum persönlichen Museumsbesuch, zeigen wir Ihnen diesmal nur eine Möglichkeit zur eigenen Wissensvertiefung im Bereich der Kunst auf, mit vielen Informationen zum Künstler und Bildern, die bis ins Detail zu vergrößern sind. Zusätzlich mag man auch die ergänzenden Seiten nicht übersehen. Also wieder einmal ein kleines Selbststudium zur Kunst.

Signatur: Lucas Cranach d.Ä. Wikimedia, gemeinfrei
Fotos: Margret Budde
Diese eigenen Bilder dürfen mit  freundlicher Genehmigung der Klassik Stiftung Weimar veröffentlicht werden.

Margret Budde

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