Wir feiern mal wieder – das Reformationsfest (2014)!

31. Okt 2016

TurmLiebe Leserinnen und Leser, der unten stehende Beitrag ist – leider – aus dem letzten Jahr. Einen aktuellen Beitrag – Die Reformation feiern? – Reformationsfest 2016 gibt es aber auch. Weitere interessante Beiträge zur Reformation finden Sie auf unseren Sonderseiten, zu erreichen per rechts stehendem LinkUnsere Seiten zum Themenjahr“ oder gleich hier

 

(esk) Uns ältere Protestanten braucht man gemeinhin nicht daran zu erinnern, dass wir am kommenden Freitag wieder unseren Reformationstag begehen oder das Reformationsfest feiern. Die jüngere Generation tut sich da schon schwerer. Ob das wohl irgendwo bei Facebook auftaucht? Eher nicht? Aber bei uns!

Na gut, digital geht ja auch anders, zum Beispiel auf der Webseite der Evangelischen Kirche Deutschland EKD: angeboten werden unterschiedliche große und kleine Informationen und Themen; so geht es durchaus auch politisch zu am und zum Reformationstag, wenn Finanzminister Schäuble und der Arbeitgeberpräsident für Baden-Württemberg sich um einen einmaligen Feiertag für 2017 streiten, oder etwas sinnlicher, wird doch am 31. Oktober der Weimarer Cranach-Altar wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vorher wird in Weimar aber, wie es sich gehört, zu Ehren des nun wieder in seiner Gesamtheit zu sehenden Altars ein Festgottesdienst gehalten werden. Der Altar gilt als Höhepunkt der Reformationsaltäre aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren (um 1472-1553). Cranach der Jüngere (1515-1586) vollendete ihn zwei Jahre nach dem Tod des Vaters. Zu den Cranachs vielleicht mal schnell weiter unten nachlesen, und damit wird es auch interessanter hinsichtlich des Reformationstages!

Zum Jubiläum 500 Jahre Reformation – Luther 2017  gibt es natürlich insgesamt sehr viele interessante Informationen, einfach mal stöbern.

Dieses Fest der evangelischen Kirche am 31. Oktober im Jahre 2017 wird richtig groß, und das will vorbereitet sein, auch in den Gemeinden, bei jedem einzelnen Gläubigen. Und dafür gibt es die sogen. Themenjahren. Im nächsten Jahr, und darum komme ich schon jetzt darauf zu sprechen, geht es um „Bild und Bibel“. Und wer vergegenwärtigte, wer prägte für uns wie kein anderer die ersten Protestanten? Natürlich die Malerfamilie Cranach. Gerade Lucas Cranach ist ja geradezu das Markenzeichen der Reformation. Nur, davon gibt es zwei, den Älteren und den Jüngeren. Mehr findet man darum über die Künstler Cranach, sehr gut zusammengefasst und mit besonderem Blick auf die Kirche, hier – Markenzeichen der Reformation, ein aktueller Beitrag aus der letzten Woche.

Wer schon zum Themenjahr weiterlesen möchte, kann sich im Internet das Magazin zum Themenjahr herunterladen: www.reformation-bild-und-bibel.de  Übrigens eine wirklich gut gemachte Seite!

Wer es gern etwas „praktischer“ hat, also Ideen zum Feiern, Basteln, Spielen sucht, der findet dies bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers Hallo Luther – 31. Oktober: Reformation feiern                                                                                                     Oder bei der EKD, auch etwas handlicher als auf den anderen EKD-Seiten: reformationstag.de, wo z.B. kurz und knapp die Reformation oder die Lutherrose erklärt wird, und ob das was mit Halloween zu tun hat…  Ach ja, ein Quiz gibt es auch – und am Ende vielleicht die Einsicht, wie schnell man über „Kleinigkeiten“ hinwegliest …

Wer es ganz anders mag, die/der mag sich durchaus mal wieder einen historischen Schmöker genehmigen, vielleicht ein bißchen sehr derb manchmal, aber die beiden Autoren Monaldi & Sorti stehen eigentlich für Qualität. Sie haben einen Schelmenroman verfasst, eine satirisch überspitzte Darstellung des Reformators Luther, mit nicht immer leicht zu trennenden unterschiedlichen Schichten literarischer und historischer Schichten. Im Klappentext zu Die Reform des Salaì heißt es:

Aus Luthers Nähkästchen oder Warum die Reformation niemals nach Italien kam

Salaì, ehemaliger Schüler des verstorbenen Leonardo da Vinci, befindet sich in einer misslichen Lage: Um seine Schulden beim schlimmsten Wucherer von Florenz zu begleichen, braucht er das Erbe, welches ihm sein Meister versprochen hat. Doch dieses rumpelt soeben, verborgen in einem Nachttopf, auf dem Karren eines Altwarenhändlers gen Wittenberg. Gemeinsam mit seinem strenggläubigen Sohn macht sich der keiner Sünde abgeneigte Salaì auf den Weg, das kostbare Urinal zurückzuholen, in welches sich inzwischen der große Reformator höchst selbst erleichtert. Um Zugang zu dessen Haus zu finden, geben sich die beiden als Verfechter der Reformation aus, deren Lehre sie in ihre Heimat Italien tragen möchten. Ein urkomisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Ein ordentlicher Spaß!

Letztlich entscheidet aber eigentlich, ob das Herzstück der evangelischen Kirche, ein Gottesdienst, an diesem Tage gehalten wird. Sicher ist das leider nicht. Wem dies wichtig ist, weil dies eine gute Gelegenheit für einen Gottesdienstbesuch wäre, aber keinen althergebracht gedruckten Gemeindeboten mehr bekommt, der/die kann auch hier nachschauen: Kirchenkarte. Dort dann über die Landeskirche die eigene Gemeinde gesucht und gefunden werden. Und darauf einstimmen kann man sich mit zwei Hörbeispielen zu dem Lutherchoral von 1529, Verleih uns Frieden gnädiglich, einmal von Felix Mendelssohn Bartholdy und einmal von Alfred Koerppen (beide mit Knabenchor Hannover). Anhören kann man das hier

Ellen Salverius-Krökel

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4 Kommentare zu “Wir feiern mal wieder – das Reformationsfest (2014)!”

  1. Erna Subklew sagt:

    Feiert man wieder das Reformationsfest? In Hessen habe ich nicht viel davon gemerkt. Allerdings hörte ich, dass man den so rasch abgeschafften Feiertag wieder einführen will.

    1. Doch, doch, insbesonder natürlich in den „Stammlanden“, also insbesondere in Wittenberg. Aber natürlich auch in all den Bundesländern, die an dem Tag einen Feiertag haben. Zu finden gibt es den Begriff Reformationsfest z.B. aber auch in der Ankündigung für den Gottesdienst des Donaudekanats in Regensburg, eigentlich katholisches Bayern. Letztlich aber ist es wie bei jedem Feiertag der Kirchen, ein Fest, es gibt ja wirklich etwas zu feiern. Beim Reformationsfest mittlerweile natürlich eher in kleineren Dimensionen, er ist, wenn nicht auf einen Sonntag fallend, eben ein Arbeitstag. Gottesdienste gibt es aber in fast allen Gemeinden, häufig dann am Abend. Früher, als der Tag nahezu bundesweit ein Feiertag war, gab es eigentlich auch „nur“ einen Gottestdienst.
      Mit der Wiedereinführung des 31. Okt. sieht es aber glaube ich eher schlecht aus, man hat ja schon Probleme, den 31. Okt. 2017 einmalig als Feiertag festzulegen. Zudem sind die Protestanten und die Reformierten in Deutschland auch nicht (mehr) in der Mehrzahl.

      Ellen Salverius-Krökel

  2. Heumann, Wolfgang sagt:

    Sehr interessant. Ein schöner Artikel!

    1. Vielen Dank für das Lob! Man kann sich, wie ich finde, in das Thema immer wieder vertiefen, vor allem jetzt, wo wir uns dem Jubiläumsjahr nähern. Und auch im Internet gibt es eine Vielzahl von Informationen zur Reformation selbst und natürlich zum Jubiläum. Vergessen darf man dabei z.B. auch nicht, dass es auch die reformierte Kirche, vor allem in Norddeutschland gab bzw.gibt, die während der Reformationszeit ein wichtiger Akteur war. Wenig bekannt ist z.B. die Johannes a Lasco Bibliothek in Emden – http://www.jalb.de -, eine international anerkannte Forschungsstätte für den reformierten Protestantismus. Die Große Kirche ist die ehemaligen Moederkerk Emdens. In der Kirchenruine hat man die Bibliothek und ein Museum integriert, was sehr eindrucksvoll geworden ist. Kann man auf der Webseite gut sehen! Emden selbst gehörte im 16. Jahrhundert neben Genf und Wittenberg zu den einflussreichsten Stätten der Reformation. Als in den Niederlanden die Verfolgung Andersgläubiger einsetzte, war Emden ein Zufluchtsort für Tausende französischsprachiger Glaubensflüchtlinge. Zu den wichtigsten Reformatoren Emdens zählen Johannes a Lasco (1499-1560) und Menso Alting (1541-1612). Auch heute ist Emden und die Reformation eng verknüpft, die Stadt ist die erste Stadt weltweit, die sich Reformationsstadt Europas nennen darf. Man sieht, das Thema läßt sich problemlos fortspinnen …

      Ellen Salverius-Krökel

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